Geboren 1968 in Aalen, Baden-Württemberg. Studium der Fächer Geschichte und Germanistik an der Uni Freiburg und der Humboldt-Uni Berlin. Nach dem Staatsexamen Volontariat bei der "Badischen Zeitung", anschließend Korrespondent in Straßburg.

 

2000 Wechsel nach Stuttgart zur Reportageagentur "Zeitenspiegel". 

 

2003 bis 2008 Redakteur und Reporter im Ressort Politik und Wirtschaft des  "stern" in Hamburg, Größere Enthüllungsgeschichten u.a. über den Schmiergeld-Skandal bei Ratiopharm, über das Aspirin-Kartell bei Bayer oder den Lidl-Überwachungsskandal. 

 

2009 bis 2015 beim SPIEGEL, zunächst als Redakteur und Reporter im Wirtschaftsressort in Hamburg und von 2012 bis 2014 als Wirtschafts-Korrespondent in Washington D.C. Beim SPIEGEL verschiedene kritische Medizin-Titel, unter anderem über die "Illusion Homöopathie", den "Mythos Vorsorge" oder das Geschäft mit nutzlosen Vitaminpillen. Außerdem Recherchen über systematische Korruption bei der Verordnung von Krebsmedikamenten, den "Aufschneider" Werner Mang oder die Graumarkt-Geschäfte des Pharmariesen Sanofi.

 

2009 bis 2017 im Vorstand von "netzwerk recherche", davon 2011 bis 2015 als Zweiter Vorsitzender.

 

Von 2015 bis 2017 Chefredakteur von CORRECTIV, des ersten gemeinnützigen Büros für investigativen Journalismus in Deutschland. Hier unter anderem datenjournalistische Projekte über Sparkassen, Klimawandel, multiresistente Keime, Anwendungsbeobachtungen und "Euros für Ärzte".

 

Seit November 2017 im Rechercheverbund von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" Leiter des Berliner Büros der Investigativressorts von NDR und WDR

 

Kontakt

Auszeichnungen:

1999: Erich-Schairer-Preis

2006: Dr.-Georg-Schreiber-Medienpreis

2006: „Goldener Apfel“

2007: Otto-Brenner-Preis

2006, 2007, 2008: Henri Nannen Preis-Nominierung (für beste investigative Leistung)

2008: Journalist des Jahres (Medium Magazin)

2009: Goldener Prometheus („Bester Magazinjournalist“)

2010: Journalistenpreis des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin (DNEbM)

2012: Dr.-Georg-Schreiber-Medienpreis

2016: Reporterpreis "Beste Innovation" an CORRECTIV-Redaktion

2016: Medium Magazin zeichnet CORRECTIV-Redaktion als "Team des Jahres" aus


Buchbesprechung in der "FAZ am Sonntag" vom 30.9.2007:

 

Der "Stern"-Journalist Markus Grill hat sich in der gesundheitspolitischen Szene durch seine Recherchen zur Pharmaindustrie einen Namen gemacht. Seine Berichte zu den Geschäftspraktiken der Nachahmerproduktefirma Ratiopharm sind beispielhaft für den möglichen Einfluss von Recherchejournalismus auf Politik und öffentliche Meinung. ... Das nun von Grill vorgelegte 285 Seiten starke Buch beschränkt sich aber nicht auf die Wiedergabe dieses einen Pharmaskandals, sondern untersucht systematisch, wie die Pharmaindustrie in Deutschland arbeitet. Dabei vermeidet er Übertreibungen, unnötige Aufregung und moralisierende Anklagen. Das Buch ist spannend, weil es ein zutreffendes und alarmierendes Gesamtbild einer Industrie zeichnet, die aus Profitsucht erfolgreich Ärzte, Patienten und Politik manipuliert. ... 

Wie es der Industrie gelang, Unterstützung bei einigen wichtigen Politikern für ihre Strategie zu gewinnen, wird unter Nennung von Namen nicht ganz unzutreffend beschrieben - vielleicht eines der realistischsten und aktuellsten Kapitel zum Thema Lobbyismus in Berlin überhaupt. Grill schreibt mit der Sprache dessen, der über das von ihm Niedergeschriebene mehr erstaunt als empört ist. Daraus bezieht das Buch seine Echtheit. ... Das Buch lohnt sich für jeden, der im Rahmen einer packenden Darstellung ein Gesamtbild über die Pharmaindustrie in Deutschland und den Umgang der Politik mit den Lobbyisten haben möchte. Grill ist dabei weder Skandalautor noch unfair, aber die Schuldigen und die Mechanik des Betrugs an Patienten und Bürger werden enttarnt. Meines Erachtens das beste aktuelle Buch zum Thema Pharmaindustrie in Deutschland.